Aisch
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  Aisch in Franken

Die Landtagswahl in Bayern

Faktencheck für Franken

Im Oktober 2018 sind die Wähler in Bayern zur Wahl des bayrischen Landtags aufgerufen und die gewählten Politiker der Regierungspartei werden nicht müde, dem „mündigen“ Wähler zu erklären, wie sie sich doch für die Gleichheit der Regionen eingesetzt haben.

Aber halten diese Aussagen denn auch einem objektiven Faktencheck stand?

September 2018: "Die CSU ist eine München-Partei"

Wers´s bis dato nicht glauben wollte, wurde durch den Münchner Bürgermeister Josef Schmid (CSU) eines Besseren belehrt: Um bei der Landtagswahl in Oberbayern (und vor allem München) punkten zu können, wurde beim CSU-Parteitag von Mininsterpräsident Markus Söder ein milliardenschwerer "München-Plan" versprochen,(siehe Bericht in der Süddeutschen Zeitung) was den Münchner Bürgermeister Josef Schmid zur Aussage verleitete:
"Man wolle dem Wähler zeigen, daß die CSU eine München-Partei sei" (!!)

Einzig die Partei für Franken reagiert mit Unverständnis auf die angekündigten massiven Investitionen in Milliardenhöhe, die das Nord-Süd-Gefälle noch mehr verstärken würden. Zum Vergleich: Der "Nordbayern-Plan", der den Rückstand der fränkischen Bezirke und der Oberpfalz abmildern soll, umfasst nur 600 Millionen Euro.

Und auch die 2016 vom damaligen Heimatminister Söder feierlich verkündete Errichtung einer Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg für immerhin 60 Mio. Euro bekommt doch gleich einen faden Beigeschmack angeichts von mindestens 445 Mio Euro für die Generalsanierung des Deutschen Museums in München.......


August 2018: Die Hälfte der Investitionszuschüsse gehen nach Müchen


 August 2018 musste d
ie zuständige Staatsministerin Marion Kiechledes auf Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann zur Aufteilung der Investitionszuschüsse für die bayr. Universitäten und Hochschulen  die tatsächlichen Zahlen offenlegen:

So entfallen auf die Universitäten und Hochschulen einer einzigen Stadt (welche wird es wohl sein?) alleine 48% der gesamten Investitionen!

Die fränkischen Universitäten in Würzburg, Erlangen/Nürnberg, Bayreuth und Bamberg zusammen wurden demgegenüber mit 20 % bedacht.

Diese – jahrelange - Ungleichverteilung führt in Verbindung mit der Vernachlässigung der Oberpfalz und der fränkischen Region bei Infrastrukturmaßnahmen folgerichtig auch zu einem eklatanten Unterschied in der Einkommensentwicklung der Regionen.

Setzt man das durchschnittliche Einkommen in Bayern mit 100% an, so verdient man im Speckgürtel um München im Schnitt 20 % mehr, dafür in der Oberpfalz, um Bayreuth, Hof oder den Haßbergen dafür bis 20 % weniger (Quelle: Landesamt für Statistik in Bayern)




Beim Anblick dieser Zahlen überkommt manchen Franken ein unbändiges Gefühl der Dankbarkeit gegenüber „seinen“ Abgeordneten, die sich so nachhaltig für unser Franken einsetzen – geht´s Dir net aach a su?

Übrigens: Offensichtlich stört dieser Umstand keine der "etablierten" Parteien. Weder SPD, Grünen geschweige denn den Freien Wählern ist dieser Umstand eine Erwähnung im Wahlkampf wert. Man würde wohl nicht anders verfahren....

Einzig die Partei für Franken macht in einer Pressemittelung auf diesen Zustand aufmerksam - aber das ist wiederum der bayrischen Presse keine Erwähnung wert. So macht man das in Bayern - man schweigt mißliebige Tatsachen einfach tot. Und der "mündige" Wähler sucht sich dann vielleicht auch noch die falschen Alternativen......